Disziplinen des Bahnradsports

Einerverfolgung (Individual Pursuit)

 

Die Einerverfolgung ist eine traditionsreiche Ausdauer-Disziplin des Bahnradsports. Es starten dabei zwei Fahrer von den gegenüberliegenden Seiten der Rennbahn und versuchen jeweils die schnellere Zeit zu erzielen. Das Einholen bzw. Überholen des Konkurrenten ist dabei nur ein Nebeneffekt. Zumindest bei 200, 250 und 333,33 Meter langen Bahnen ist die individuelle Startlinie auch die Ziellinie.

Nach den Wettkampfregeln (3.2.051 bis 3.2.076) des Radsportweltverbandes (UCI) beträgt die Renndistanz bei den Männern (Elite) 4.000 Meter und bei den Frauen 3.000 Meter. Gestartet wird aus dem Stand heraus. Dabei kommt ein "Starting Block" (Startmaschine) zum Einsatz.

Die grossen Wettbewerbe, wie Weltmeisterschaften, bestehen aus einer Qualifikationsrunde und zwei Endläufen. Die zwei Zeitschnellsten aus der Qualifikation, in der die voraussichtlich Besten zum Schluss starten, fahren um den Sieg, und die Dritt- und Viertschnellsten tragen den Kampf um die Bronzemedaille aus.

Wird in den Endläufen ein Fahrer überholt, ist das Rennen, anders als in der Qualifikation, sofort zu Ende. Die letzte Runde des Rennens wird durch das Läuten einer Glocke angezeigt.

Zwischen 1964 und 2008 stand die Einerverfolgung - als Einzeldisziplin - bei den Männern auf dem Programm der Olympischen Spiele. Bei den Frauen konnten zwischen 1992 und 2008 olympische Medaillen gewonnen werden. Ab 2012 wird die Einerverfolgung bei Olympischen Spielen als vierter Wettbewerb des Omnium (Vielseitigkeit) ausgetragen. Es stellt also nur noch einen Teil eines 6 Einzeldisziplinen umfassenden Wettbewerbs dar.

Jack BobridgeDer Weltrekordhalter Jack Bobridge (AUS)

 

Regenbogentrikots sind bei UCI Bahnradweltmeisterschaften in der Einerverfolgung, sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen, nach wie vor zu gewinnen. Im Rahmen von Europameisterschaften wird diese Disziplin aber nicht durchgeführt.

Die Einerverfolgung ist eine klassische Ausdauerdisziplin. Die mögliche Taktik beschränkt sich alleine auf die Einteilung des eignen Rennens. Die grossen Könner dieser Disziplin fahren fast identische 1.000 Meter-Zeiten, oft legen sie sogar auf dem Schlussabschnitt noch etwas zu.

Bei den Männern hält der Australier Jack Bobridge mit einer Fabelzeit von 4'10.534" den Weltrekord. Jede Zeit um 4 Minuten 15 Sekunden ist aber schon absolute Weltklasse. Dabei wird immerhin ein Schnitt von über 56 km/h erreicht. Viele der grossen Einerverfolger konnten später auch auf der Strasse riesige Erfolg erzielen (z.B. Gregor Braun, Bradley Wiggins und Chris Boardman).

Michael Hepburn (AUS)Der Weltmeister 2012 Michael Hepburn (AUS)

 

Leider steht der grosse sportliche Wert dieser Rennen etwas im Gegensatz zur Unterhaltung bzw. Spannung für die Zuschauer. Daher werden Einerverfolger bei vielen Veranstaltungen nicht mehr ausgetragen.

 

 

 

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Olympiasieger in der Einerverfolgung

Männer:
1964 Jiri Daler (CZE)
1968 Daniel Rebillard (FRA)
1972 Knut Knudsen (NOR)
1976 Gregor Braun (GER)
1980 Robert Dill-Bundi (SUI)
1984 Steve Hegg (USA)
1988 Gintautas Umaras (SOV)
1992 Chris Boardman (GBR)
1996 Andrea Collinelli (ITA)
2000 Robert Bartko (GER)
2004 Bradley Wiggins (GBR)
2008 Bradley Wiggins (GBR)

Frauen:
1992 Petra Rossner (GER)
1996 Antonella Bellutti (ITA)
2000 Leontien Zijlaard-van Moorsel (NED)
2004 Sarah Ulmer (USA)
2008 Rebecca Romero (GBR)


Weltmeistermeister in der Einerverfolgung seit 2002

Männer:
2002 Bradley McGee (AUS)
2003 Bradley Wiggins (GBR)
2004 Sergi Escobar (ESP)
2005 Robert Bartko (GER)
2006 Robert Bartko (GER)
2007 Bradley Wiggins GBR)
2008 Bradley Wiggins (GBR)
2009 Taylor Phinney (USA)
2010 Taylor Phinney (USA)
2011 Jack Bobridge (AUS)
2012 Michael Hepburn (AUS)
2013 Michael Hepburn (AUS)
2014 Alexander Edmondson (AUS)
2015 Stefan Küng (SUI)

Frauen:
2002 Leontien Zijlaard-van Moorsel (NED)
2003 Leontien Zijlaard-van Moorsel (NED)
2004 Sarah Ulmer (USA)
2005 Katie Mactier (USA)
2006 Sarah Hammer (USA)
2007 Sarah Hammer (USA)
2008 Rebecca Romero (GBR)
2009 Alison Shanks (NZL)
2010 Sarah Hammer (USA)
2011 Sarah Hammer (USA)
2012 Alison Shanks (NZL)
2013 Sarah Hammer (USA)
2014 Joanna Rowsell (GBR)
2015 Rebecca Wiasak (AUS)

 

Disziplinen des Bahnradsports:

Team Sprint (Mannschaftssprint)
Team Pursuit (Mannschaftsverfolgung)
Sprint (Individual Sprint)
Omnium (Vielseitigkeit)
Keirin

Time Trial (Einzelzeitfahren)
Points Race (Punktefahren)
Scratch Race (Malfahren)
Individual Pursuit (Einerverfolgung)
Madison (Zweier-Mannschaftsfahren)

Elimination Race (Ausscheidungsfahren)
200m Einzelzeitfahren (200m Time Trial)
Fliegende Runde (Flying Lap)