Disziplinen des Bahnradsports

Keirin

 

Die recht "junge " Disziplin des Bahnradsports wurde ursprünglich in Japan entwickelt. Bei den Bahnradweltmeisterschaften wird der Kampfsprint, wie Keirin auch oft genannt wird, seit 1980 bei den Männer und ab 2002 bei den Frauen ausgetragen.

Bei allen grossen von der UCI organisierten Veranstaltungen (WM, EM, Weltcup) wird in den letzten Jahren auf 250 Meter langen Bahnen gefahren. Im Keirin starten bis zu 6 Fahrer in einem Lauf hinter einem Elektromotorrad (Derny). Dieses beschleunigt bis auf rund 50 Km/h und verlässt dann nach 5 Runden die Rennbahn. In diesem Moment ist das Rennen frei gegeben.

Die Reihenfolge der Fahrer hinter dem Derny wird kurz vor dem Lauf - mit nummerierten Kugeln oder Karten - ausgelost. Sie ist durchaus, zumindest für die Renntaktik des einzelnen Athleten, von Bedeutung. Während der ersten 5 Runden ist das Rennen gewissermassen neutralisiert, d.h. es darf nicht überholt werden und die Fahrer dürfen auch keine grossen Abstände zum Vordermann entstehen lassen. Sie fahren also exakt aufgereiht.

Das eigentliche Rennen findet auf den letzten 3 Runden statt. Neben Ausdauer, Taktik und Sprintfähigkeit ist beim Keirin, mehr als etwa beim klassischen Sprint, auch Durchsetzungsvermögen erforderlich. In den letzten Jahren achtet allerdings die UCI verstärkt auf eine "saubere" Fahrweise. Während früher einige Wellen und Rempler "durchgingen" werden die Fahrer heute recht schnell relegiert (zurück gesetzt). Begründet wird dies mit Sicherheitsaspekten.

Die meisten grossen Rennen werden heute erst auf der Zielgeraden entscheiden. Dabei sind teilweise noch alle Akteure im Sprint voll engagiert.

Die Zusammensetzung des Endlaufs wird vorher in einer Art Turnierform ausgefahren. Sind beispielsweise - wie bei der Weltmeisterschaft 2012 in Melbourne - 33 Teilnehmer am Start, so werden 6 Vorläufe durchgeführt. 3x treffen dabei 5 und 3x 6 Fahrer aufeinander. Die jeweiligen Sieger der einzelnen Läufe erreichen direkt das Halbfinale. Alle anderen Teilnehmer müssen in die 6 Hoffnungsläufe, die mit 3x 4 und 3x 4 Athleten durchgeführt werden. Die Sieger dieser Rennen erreichen ebenfalls die Halbfinals.

In den 2 Halbfinalläufen qualifizieren sich jeweils die 3 Erstplatzierten für das grosse Finale um Rang 1-6. Alle anderen müssen das ungeliebte kleine Finale um Rang 7-12 bestreiten.

Bei den Olympischen Sommerspielen in London ermitteln die Männer zum 4. Mal einen Goldmedaillengewinner im Keirin. Bei den Frauen findet die Keirin-Premiere statt.

 

 

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Olympiasieger im Keirin

Männer:
2000 Florian Rousseau (FRA)
2004 Ryan Bayley (AUS)
2008 Chris Hoy (GBR)
2012 Chris Hoy (GBR)

Frauen:
2012 Victoria Pendleton (GBR)


Weltmeistermeister im Keirin seit 2002

Männer:
2002 Jobie Dajka (AUS)
2003 Laurent Gane (AUS)
2004 Jamie Staff (GBR)
2005 Teun Mulder (NED)
2006 Theo Bos (NED)
2007 Chris Hoy (GBR)
2008 Chris Hoy (GBR)
2009 Maximilian Levy (GER)
2010 Chris Hoy (GBR)
2011 Shane Perkins (AUS)
2012 Chris Hoy (GBR)
2013 Jason Kenny (GBR)
2014 Francois Pervis (FRA)
2015 Francois Pervis (FRA)

Frauen:
2002 Li Na (CHN)
2003 Swetlana Grankowskaja (RUS)
2004 Clara Sanchez (FRA)
2005 Clara Sanchez (FRA)
2006 Christina Muche (GER)
2007 Victoria Pendleton (GBR)
2008 Jennie Reed (GBR)
2009 Guo Shuang (CHN)
2010 Simona Krupeckaite (LTU)
2011 Anna Meares (AUS)
2012 Anna Meares (AUS)
2013 Rebecca James (GBR)
2014 Kristina Vogel (GER)
2015 Anna Meares (AUS)


Die bisherigen Europameistermeister im Keirin

Männer:
2010 Kenny, Jason (GBR)
2011 Crampton, Matthew (GBR)
2012 Tobias Wachter (GER)
2013 Maximilian Levy (GER)
2014 Joachim Eilers (GER)
2015 Pavel Kelemen (CZE)

Frauen:
2010 Panarina, Olga (BLR)
2011 Pendleton, Victoria (GBR)
2012 Krupeckaite, Simona (LTU)
2013 Elis Ligtlee (NED)
2014 Kristina Vogel (GER)
2015 Elis Ligtlee (NED)

 

Disziplinen des Bahnradsports:

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