Disziplinen des Bahnradsports

Mannschaftsverfolgung (Team Pursuit)

 

Die 4er Mannschaftsverfolgung (Team Pursuit) bei den Männern ist eine der ältesten Disziplin des Bahnradsports. Bereits 1908 konnte das Team von Grossbritannien eine Olympische Goldmedaille gewinnen. Die Renndistanz betrug damals 1,980 Yards.

Seit den Olympischen Spielen 1920 wird über eine Distanz von 4.000 Metern gefahren. 1962 wurde die erste Weltmeisterschaft in der Mannschaftsverfolgung ausgetragen.

Seit 2008 können auch die Frauen als Team bei der Bahnrad-Weltmeisterschaft teilnehmen. Sie starteten allerdings zunächst nicht mit vier Fahrern wie die Männer, sondern nur mit drei Athletinnen. Dafür betrug die Renndistanz auch nur 3.000 Meter. Die 3er Mannschaftsverfolgung der Frauen war erstmals 2012 in London eine Olympische Disziplin.

Seit der Saison 2013/2014 gehen nun auch die Frauen mit 4 Fahrerinnen auf die jetzt ebenfalls 4.000 Meter lange Strecke.

Bei der Mannschaftsverfolgung starten jeweils zwei Teams auf den gegenüberliegenden Geraden. Die Fahrer stehen dabei auf der Startlinie in einem Abstand von mindestens 1 Meter. Der untere Fahrer - er übernimmt die erste Führung - startet aus einer Startmaschine heraus, während seine Teamkollegen von ihren Betreuern ins Rennen geschickt (nur losgelassen, nicht angeschoben) werden.

Während des Rennens wechseln sich die Fahrer bei der Führungsarbeit ab.  Der abzulösende Fahrer fährt dabei etwas hoch, wodurch er abbremst. Danach reiht er sich an letzter Position wieder ein. Die Ablösung muss nicht - wie beim TeamSprint - in einer Wechselzone erfolgen, denn jedes Team ist in der Gestaltung frei.

Mannschaftsverfolgung

Um den Windschatten möglichst optimal, d.h. kräftesparend einzusetzen, hält ein gutes Team die Abstände ganz gering. Ein Spitzenteam zeichnet sich nicht nur durch hervorragende Einzelkönner (etwa Asse bei der 4000 Meter Einzelverfolgung) aus, sondern auch durch die Technik des Zusammenfahrens. Eine perfekte Abstimmung, etwa hinsichtlich des Einhaltens eines optimalen Renntempos, des engen Abstands zwischen den Fahrern und der Anzahl sowie Durchführung der Ablösung erfordern viel Training.

Im Ziel wird die Zeit am Vorderrad des dritten Fahrers eines Teams gemessen. D.h. bei der 4er Mannschaftsverfolgung kann ein Fahrer "verloren" gehen. Wenn er das Renntempo nicht durchhalten kann, lässt er hinten abreissen und fährt nach oben. Eine Runde aussetzen und dann wieder Führungsarbeit übernehmen ist natürlich nicht erlaubt.

Bei Weltcuprennen und der UCI Weltmeisterschaft starten alle Teams in einer Qualifikationsrunde. Anschliessend fahren die zwei Zeitbesten Teams im Finale um Gold und Silber. Die dritt- und viertschnellsten Teams der Qualifikation fahren im Kleinen Finale Bronze aus. Alle anderen Mannschaften werden entsprechend ihrer Qualifikationszeit eingereiht.

 

 

Bei den Olympischen Spielen gibt es noch Zwischenläufe (First Competion Round). Dabei treten die Zeitbesten Teams aus der Qualifikation wie folgt an:

5 gegen 8, 6 gegen 7, 2 gegen 3 und 1 gegen 4. Die Sieger der letzten beiden Läufe fahren anschliessend im Finale um Gold und Silber. Von den anderen 6 Teams kommen die 2 Zeitschnellsten in den Lauf um die Bronzemedaille. Die Zeitschwächeren Teams fahren die Plätze 5 bis 8 aus.

Wird ein Team in einem Finallauf (egal bei welchem Wettbewerb) von dem anderen Team überholt, ist das Rennen beendet und der Sieger steht fest. In einer Qualifikation fahren beide Mannschaften das Rennen aber zu Ende, damit die 4000 bzw. 3000 Meter Zeit für beide genommen werden kann.

Mannschaftsverfolgung

 

 

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Olympiasieger 4er Mannschaftsverfolgung seit 1996

Männer:

1996 Frankreich
(Capelle, Ermenault, Monin, Moreau)
2000 Deutschland
(Bartko, Becke, Lehmann, Pollack)
2004 Australien
(Brown, Dawson, Lancaster, McGee, Roberts, Wooldridge)
2008 Grossbritannien
(Clancy, Manning, Thomas, Wiggins)
2012 Grossbritannien
(Clancy, Burke, Kennaugh, Thomas)

Frauen:
2012 Grossbritannien
(Trott, Rowsell, King)

Weltmeistermeister Mannschaftsverfolgung seit 2007

Männer:
2007 Grossbritannien
(Clancy, Thomas, Manning, Wiggins)
2008 Grossbritannien
(Clancy, Thomas, Manning, Wiggins)
2009 Dänemark
(Jörgensen, Madsen, Morkov, Rasmussen)
2010 Australien
(Bobridge, Dennis, Hepburn, Meyer)
2011 Australien
(Bobridge, Dennis, Durbridge, Hepburn)
2012 Grossbritannien
(Burke, Clancy, Kennaugh, Tennant, Thomas)
2013 Australien (O'Shea, Edmondson, Hepburn, Morgan)
2014 Australien (Mulhern, Edmondson, O'Shea Davison)
2015  Neuseeland (Bulling, Gough, Kennett, Frame)


Frauen:
2008 Grossbritannien
(Houvenaghel, Romero, Rowsell)
2009 Grossbritannien
(Armitstead, Houvenaghel, Rowsell)
2010 Australien
(Ankudinoff, Kent, Tomic)
2011 Grossbritannien
(Houvenaghel, King,Trott)
2012 Grossbritannien
(Rowsell, King, Trott)
2013 Grossbritannien
(Trott, King, Barker)
2014 Grossbritannien
(Trott, Archibald, Barker, Rowsell)
2015 Australien (Edmondson, Ankudinoff, Cure, Hoskins)


Europameistermeister Mannschaftsverfolgung

Männer:
2010 Grossbritannien
(Clancy, Burke, Queally, Tennant)
2011 Grossbritannien
(Burke, Clancy, Kennaugh, Thomas)
2012 Russland
(Ershov, Markov, Serov, Kaykov)
2013 Grossbritannien
(Doull, Burke, Clancy, Tennant)
2014 Grossbritannien (Clancy, Dibben, Doull,Tennant)
2015 Grossbritannien (Dibben, Doull, Tennant, Wiggins)


Frauen:

2010 Grossbritannien
(Trott, Colclough, Houvenaghel)
2011 Grossbritannien
(Trott, Houvenaghel, King)
2012 Litauen (Trebaite, Sereikaite, Pikauskaite)
2013 Grossbritannien
(Trott, Archibald, Baker und King)
2014 Grossbritannien (Trott, Archibald, Baker,Horne)
Grossbritannien
(Trott, Archibald, Barker, Rowsell)


 

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