Disziplinen des Bahnradsports

Team Sprint (Mannschaftssprint)

 

Der Team Sprint (Mannschaftssprint, früher auch als Olympischer Sprint bezeichnet) ist eine noch recht junge Kurzzeit-Disziplin des Bahnradsports. UCI Weltmeistertitel werden im Team Sprint seit 1995 bei den Männern und seit 2007 auch bei den Frauen vergeben.

Im Jahr 2000 wurden die ersten Goldmedaillen bei Olympischen Spielen in dieser Disziplin bei den Männern vergeben. In London 2012 ist der Wettbewerb erstmals auch bei den Frauen olympisch.

Die Männer starten mit drei Fahrern und fahren drei Runden (meist also 3x 250 Meter). Die Frauen gehen nur als 2er Team ins Rennen. Die Renndistanz beträgt dann 2 Runden.

Jeweils zwei gegnerische Mannschaften starten gleichzeitig auf den gegenüberliegenden Geraden der Rennbahn. Die Fahrer stehen dabei auf der Startlinie in einem Abstand von mindestens 1,5 bis 2 Meter. Der untere Fahrer - er übernimmt die erste Führung - startet aus einer Startmaschine heraus, während seine Teamkollegen von ihren Betreuern ins Rennen geschickt (nur losgelassen, nicht angeschoben) werden.

Der erste Fahrer übernimmt genau eine Runde die Führungsarbeit, während sich der zweite Fahrer (bei den Männern auch der dritte) möglichst nahe dahinter im Windschatten noch "schonen" kann. Nach der ersten Runde steigt der führende Fahrer aus, d.h. er fährt nach oben, während der nächste Fahrer die Führungsarbeit übernimmt. In gleicher Weise findet der Wechsel von Fahrer zwei zu drei statt. Die Zeit wird beim verbliebenen Fahrer am Vorderrad auf der Ziellinie genommen.

Der Ablauf ist beim Frauenwettwerb genauso, nur, dass eben schon nach der zweiten Fahrerin die Zeit gestoppt wird.

Teamsprint

Für den korrekten Fahrerwechsel nach der Runde steht eine Wechselzone von jeweils 15 Metern vor und nach der Rundenlinie zur Verfügung. Erfolgt der Wechsel zu früh oder zu spät ist genau wie bei einer Berührung der Fahrer die Relegation (Zurücksetzung) durch die Jury die Folge.

Bei Weltcuprennen und der UCI Weltmeisterschaft starten alle Teams in einer Qualifikationsrunde. Anschliessend fahren die zwei zeitbesten Teams im Finale um Gold und Silber. Die dritt- und viertschnellsten Teams der Qualifikation starten im kleinen Finale und kämpfen um Bronze. Alle anderen Mannschaften werden entsprechend ihrer Qualifikationszeit eingereiht.

Teamspirnt-StartBei den Olympischen Spielen gibt es noch Zwischenläufe (First Competion Round). Dabei treten die zeitbesten Teams aus der Qualifikation wie folgt an: Das schnellste Team (1) startet gegen das Achtbeste (8). 2 gegen 7, 3 gegen 6 und 4 gegen 5 sind die anderen Paarungen. Von den vier SiegerTeams dieser Zwischenläufe fahren die zwei Zeitschnellsten um Gold und Silber. Die zwei Zeitschwächeren Siegerteams kämpfen um die Bronzemedaille.

Entscheidend für dem Erfolg beim Team Sprint ist nicht nur die reine Schnelligkeit der Fahrer. Auch die genaue Abstimmung ist von grosser Bedeutung. So darf etwa der Abstand zwischen den Fahrern nicht zu gross werden um den Vorteil des Windschattens nicht zu verlieren. Die Festlegung der einzelnen Positionen ist eine wichtige Aufgabe des Trainers. Der erste Fahrer muss vor allem ganz schnell starten können, der zweite das Tempo hochhalten und der dritte muss über ein grosses Stehvermögen verfügen.

 

 

 

 

 

 

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Olympiasieger Team Sprint

Männer:

2000 Frankreich
(Laurent Gane, Florian Rousseau, Arnaud Tournant)
2004 Deutschland
(Jens Fiedler, Stefan Nimke, Rene Wolff)
2008 Grossbritannien
(Chris Hoy, Jason Kenny, Jamie Staff)
2012 Grossbritannien
(Philip Hindes, Chris Hoy, Jason Kenny)

Frauen:
2012 Deutschland
(Miriam Welte, Kristina Vogel)


Weltmeistermeister Team Sprint seit 2006

Männer:
2006 Frankreich
(Gregory Bauge, Mickael Bourgain, Arnaud Tournant)
2007 Frankreich
(Gregory Bauge, Mickael Bourgain, Arnaud Tournant)
2008 Frankreich
(Gregory Bauge, Kevin Sireau, Arnaud Tournant)
2009 Frankreich
(Gregory Bauge, Mickael Bourgain, Kevin Sireau)
2010 Deutschland
(Robert Förstemann, Maximilian Levy, Stefan Nimke)
2011 Deutschland
(Rene Enders, Maximilian Levy, Stefan Nimke)
2012 Australien
(Shane Perkins, Scott Sunderland, Matthew Glaetzer)
2013 Deutschland
(Rene Enders, Stefan Bötticher, Maximilian Levy)
2014 Neuseeland
(Ethan Mitchell, Sam Webster, Ed Dawkins)

Frauen:
2007 Grossbritannien
(Victoria Pendleton, Shanaze Reade)
2008 Grossbritannien
(Victoria Pendleton, Shanaze Reade)
2009 Australien
(Kaarle McCulloch, Anna Meares)
2010 Australien
(Kaarle McCulloch, Anna Meares)
2011 Australien
(Kaarle McCulloch, Anna Meares)
2012 Deutschland
(Miriam Welte, Kristina Vogel)
2013 Deutschland
(Miriam Welte, Kristina Vogel)
2014 Deutschalnd
(Miriam Welte, Kristina Vogel)


Europameistermeister Team Sprint

Männer:
2010 Deutschland
(Robert Förstemann, Maximilian Levy, Stefan Nimke)
2011 Deutschland
(Rene Enders, Robert Förstemann, Stefan Nimke)
2012 Deutschland
(Tobias Wachter, Joachim Eilers, Max Niederlag)
2013 Deutschland
(Rene Enders, Robert Förstemann, Maximilian Levy

Frauen:
2010 Frankreich
(Sandie Clair, Clara Sanchez)
2011 Grossbritannien
(Victoria Pendleton, Jess Varnish)
2012 Litauen
(Simona Krupeckaite, Gintara Gaivenyte)
2013 Russland
(Olga Streltsova, Ekena Brezhniva)

 

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