Die zweite Bahnradeuropameisterschaft

Bahnrad-Europameisterschaft 2011

Medaillenspiegel - Fazit

 

Insgesamt ist die Bilanz des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) recht ordentlich.  Mit vier Medaillen und Platz 3 in der Nationenwertung blieb man allerdings um eine Goldmedaille hinter der ersten Europameisterschaft in Pruszkow/Warszawa zurück.

Die alles überragende Leitung lieferte einmal mehr das SprintTeam der Männer ab. Rene Enders, Robert Förstemann und Stefan Nimke gewannen in überzeugender Weise die Goldmedaille und verteidigten damit ihren Titel. Statt Rene Enders war vor einem Jahr noch Maximilian Levy im Team. Dieser startete 2011 im Keirin und im Sprint. Dort erreichte er den Endlauf und gewann Silber.

Im Keirin belegten die deutschen Teilnehmer Platz 5 und 6. Im Omnium konnte Roger Kluge nicht an seine Leistung von Pruszkow/Warszawa anknüpfen. Sein 6. Platz ist sicherlich eine kleine Enttäuschung.

In der Mannschaftsverfolgung war eigentlich kein Wunder zu erwarten. Die Olympiaqualifikation dürfte nach Platz 8 nur noch schwer zu erreichen sein.

In dieser Disziplin war das Frauenteam deutlich stärker. Charlotte Becker, Lisa Brennauer und Madeleine Sandig gewannen mit einer überzeugenden Leistung die Silbermedaille. Auch auf Kristina Vogel und Miriam Welte konnte sich der BDR wieder verlassen. Im Teamsprint fahren sie auf Rang 3.

Im Keirin und im Sprint konnten die deutschen Teilnehmerinnen immerhin Platz 4 und 5 belegen.

Die Problemdisziplin im Frauenbereich ist das Omnium. Auch hier dürfe die Olympiaqualifikation kaum noch zu schaffen sein.

Überragend bei dieser Europameisterschaft waren einmal mehr die Athleten aus Grossbritannien. In den 10 Olympischen Disziplinen konnten sie siebenmal den Sieger stellen! Grossen Sport lieferte dabei besonders der 4er Mannschaftsverfolger mit Steven Burke, Edward Clancy, Peter Kennaugh und Geraint Thomas. Bei den Olympischen Spielen dürfte es zum grossen Showdown der Briten mit den Sportlern aus Australien kommen.

Die französischen Fahrer konnten insbesondere in den Sprintdisziplinen ihre Leitung abrufen. Sieben Medaillen und Platz 2 in der Nationenwertung sind die Erfolgsbilanz.

 

Medaillenspiegel
  Land Gold Silber Bronze Anzahl
 
1 Grossbritannien 7     7
2 Frankreich 1 3 3 7
3 Deutschland 1 2 1 4
4 Polen 1 1 1 3
5 Ukraine 1 1   2
6 Russland 1   1 4
7 Belgien 1     1
8 Weissrussland   2 1 3
9 Schweiz   2   2
10 Dänemark   1   1
10 Griechenland   1   1
12 Tschechien     2 2
13 Niederlande     1 1
13 Italien     1 1

 

Rennergebnisse: Frauen, Männer

 

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Die Europameisterschaft 2011:

Die Veranstaltung
Medaillengewinner, Frauen
Medaillengewinner, Männer
Fazit und Medaillenspiegel

 

Ein Kommentar zur Europameisterschaft 2011:

Es ist schon ein Kreuz mit einem solchen Wettbewerb. Das öffentliche Interesse war gering bzw. in Deutschland überhaupt nicht vorhanden. Dass die Fernsehsender die Rennen nicht übertragen und die treuesten Fans auf den Internet-Livestream angewiesen sind, liegt sicherlich auch und besonders an der gesamten Organisation der Veranstaltung.
Die Wettbewerbe ziehen sich ewig hin (am Freitag bis kurz vor 24 Uhr). Dabei entstehen immer  wieder grossen Lücken, ohne irgendwelche sehenswerten Aktionen. Etwa warten die Athleten vor der Siegereherung lange auf die Händeschüttler, die Startmaschinen funktionieren nicht, in den Vorläufen scheiden gerade mal 2 Teams von 10 gestarteten aus, Rennen um Platz 7-12 usw. Ohne grundlegende Veränderung  der Wettkampfgestaltung ist diese Europameisterschaft eine Totgeburt.


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