Rolf Seyfarth (1907 –1976)
Ein Manager des Bahnradsports

 

Blickt man zurück auf die bewegenden Jahrzehnte des klassischen Bahnradsports, als noch Flieger (Sprinter), (Aus-) Dauerfahrer oder ganz besonders Steher die Zementovale so mancher deutschen Stadt befuhren, dann ist der Name Rolf Seyfarth damit untrennbar verbunden. Wenn Schrittmacher, wie Altmeister Hesslich, die Matadoren der Eingang-Rennmaschinen an der Rolle hatten, dann bot sich einst zehntausenden von begeisterten Zuschauern ein spannendes Rennen, denn das 80 km/h-Tempo wurde fasst immer überschritten!

Der in Apolda geborene Rolf Seyfarth trug schließlich in Chemnitz massgeblich dazu bei, eine der modernsten Vorkriegsbahnen zu errichten. Im Jahre 1938 avancierte er zum wohl einflussreichsten Rennveranstalter Deutschlands. Zu dieser Zeit war Bahnradsport Volkssport und das öffentliche Interesse war grösser als etwa beim Fussball.

Der 2. Weltkrieg beendete diese Bahnradsportepoche. Noch in der Zeit seiner Gefangenschaft setzte Rolf Seyfarth dann, teilweise posthum, den Grossen des europäischen Bahnradsports ein Denkmal, indem er präzise Tagebuchaufzeichnungen erstellte, die dann allerdings erst 2010 in Buchform erschienen. In der DDR wurde eine Veröffentlichung verhindert, da es im Buch eben hauptsächlich um den Berufsradsport geht.

Im sächsischen Heidenau wird noch heute eine Bahn aktiv befahren und die Tochter des großen Rennorganisators Seyfarth lebt heute noch unweit im schönen Pirna als verheiratete Frau Wicke.

 

Text: Wolfgang Bieberstein

 

SteherrennenSteher-Rennen heute: immer noch schnell, immer noch spektakulär.

 

 

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